Informationssicherheitsgesetz
Eingelangt am 29.05.2026 · Frist bis 26.06.2026
Kurzinformation
Ziel
Rechtlicher Rahmen zum umfassenden Schutz nationaler und internationaler klassifizierter Informationen
Inhalt
Erlass einer Novelle des Informationssicherheitsgesetzes (InfoSiG)
Hauptgesichtspunkte des Entwurfs
Internationale Entwicklungen sowie Lücken im nationalen Geheimschutzsystem erfordern die Anpassung der gesetzlichen Regelung zum Schutz klassifizierter Informationen und zur Umsetzung völkerrechtlicher Vereinbarungen zur sicheren Verwendung von Informationen.
In einer Phase des digitalen Wettrüstens, erhöhter Terroralarmbereitschaft in Europa, neuer militärischer Konflikte und veränderter geopolitischer Bedingungen spielt der Schutz klassifizierter Informationen eine entscheidende Rolle. Besonders betroffen sind Inhalte mit sicherheitspolitischer Relevanz, jene der Krisenprävention und Krisenbewältigung, aber auch Informationen, die die strategische Unabhängigkeit der heimischen Wirtschaft garantieren sollen. Die merkbare Zunahme von Cyber- und Hackerangriffen auf staatliche Einrichtungen und Unternehmen verdeutlichen das wachsende Interesse feindlich gesinnter Akteurinnen/Akteure und damit auch die Notwendigkeit, diese Informationen angemessen zu schützen. All diese Entwicklungen führen zu einem signifikanten Anstieg klassifizierter Informationen sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Ebenso kommt es zu vermehrten Abschlüssen von Abkommen zum gegenseitigen Austausch und Schutz klassifizierter Informationen zwischen Österreich und anderen Staaten oder auch internationalen Organisationen, welche das Vorhandensein einer einheitlichen Rechtsgrundlage bedingen, um das gegenseitige Vertrauen in das Geheimschutzsystem zu sichern.
In Österreich wurden national und international klassifizierte Informationen in unterschiedlichen Rechtsregimen mit unterschiedlicher Rechtsqualität (InfoSiG, Informationssicherheitsverordnung, Geheimschutzordnung etc.) geschützt. Zudem waren Vorgaben des Geheimschutzes nicht direkt auf Dritte, wie Unternehmen und Forschungseinrichtungen, anwendbar.
Die vorliegende Novelle des Informationssicherheitsgesetzes soll den internationalen und nationalen Geheimschutz konsolidieren und den Anwendungsbereich auf Dritte, an die klassifizierte Informationen weitergegeben werden, erweitern. Dadurch sollen ein einheitlicher und lückenloser Schutzstandard im Geheimschutz geschaffen, das bestehende System vereinfacht und der Standard der Informationssicherheit erhöht werden. Dies soll Rechtssicherheit schaffen, den Wirtschaftsstandort Österreich stärken und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Bundesverwaltung fördern.
Die Stärkung des nationalen Geheimschutzes soll darüber hinaus die im Bundes-Krisensicherheitsgesetz normierte Stärkung der staatlichen Resilienz in Österreich unterstützen.
Entwurfsdokumente
Stellungnahmen
- Gesamt
- 18
- Organisationen
- 14
- Privatpersonen
- 4
- Nicht öffentlich
- 0
Top-Organisationen
- Verwaltungsgerichtshof; Präsidium1 Unterstützung
- Amt der Niederösterreichischen Landesregierung; Landesamtsdirektion/Recht0 Unterstützungen
- Dachverband der Sozialversicherungsträger0 Unterstützungen
- Bundesverwaltungsgericht; Präsidium0 Unterstützungen
- Amt der Burgenländischen Landesregierung; Stabsabteilung Verfassung und Recht0 Unterstützungen
- Gewerkschaft Öffentlicher Dienst0 Unterstützungen
- Wirtschaftskammer Österreich; Stabstelle Krisenmanagement und Sicherheitsvorsorge0 Unterstützungen
- Österreichischer Rechtsanwaltskammertag0 Unterstützungen
Was wurde daraus?
Bisher keine Regierungsvorlage zu diesem Entwurf.
29.05.2026
Einlangen im Nationalrat
29.05.2026
Ende der Begutachtungsfrist 26.06.2026
29.06.2026
Übermittlung an das Bundeskanzleramt
Textentwicklung
Quelle: Parlamentsdirektion, parlament.gv.at (CC BY 4.0). Volltexte der Stellungnahmen nur auf parlament.gv.at.